Zahlt die Versicherung im Schadenfall immer den Neuwert?

IMG 0050klFür die Versicherung von Gebäuden (z.B. gegen Schäden durch Feuer) wird in Österreich fast immer die Versicherung zum sogenannten Neuwert abgeschlossen. Dies steht dann auch so in den Versicherungspolizzen in der Regel unter Angabe der versicherten Summe. Meist enthalten diese Verträge dann auch eine zusätzliche Bedingung (Zusatzvereinbarung), dass nur noch der Zeitwert entschädigt wird, wenn eine bestimmte Marke unterschritten wird. So ist es durchaus üblich, dass dann irgendwo in den Zusatzbedingungen die Formulierung lauert – sinkt der Zeitwert der versicherten Sache unter 40 %, dann wird nur noch der Zeitwert entschädigt! -. Diese Formulierung ist im Endergebnis für die Betroffenen meist fatal, da sie oft unwissend in Kauf nehmen, dass eine sogenannte Fallklausel ihnen zum Nachteil gereicht. Dies inbesonders darum, weil das durch das Schadenereignis (z.B. Brand) untergegangene Gebäude ja wieder zu den Neuwertkosten (Neubaukosten) errichtet werden muss. Es gibt real für eine Neuerrichtung keine Firmen, die zum Zeitwert ein Gebäude errichten können. Jedenfalls nicht zu Zeitwerten, die unter der genannten Hürde liegen. Sohin haben dann die Betroffenen erhebliche Verluste, außer sie haben mit ihrer Versicherung geregelt, dass eine „generelle Neuwertentschädigung“, also auch dann jene fällig wird, wenn der Zeitwert der versicherten Sache unter diese Prozentklausel fällt. Es empfiehlt sich für bestimmte versicherte Sachen (z.B. Gebäude, Einrichtungen, Waren, etc.) darauf zu achten und darauf zu bestehen, dass eine Neuwertentschädigung vereinbart ist. Es genügt nicht (!), wenn einzig und allein in der Polizze der Begriff „versichert gilt zum Neuwert…..!“ steht. Vielmehr zählt das Kleingedruckte!