Versicherung haftet bei nicht ordnungsgemäßer Aufklärung


Der OGH hat in einer Entscheidung über den Umfang der Haftung eines Versicherers bei mangelnder Aufklärung seines Versicherungsagenten entschieden. Die Haftung ist nach dieser Erkenntnis relativ weit und kommt einer Erfüllungshaftung gleich. Im gegenständlichen Fall hat ein Landwirt im Jahr 2000 eine Versicherung als "Neuwert" für sein Haus abgeschlossen.

Obwohl dem Agenten bekannt war, dass es dem Landwirt genau darauf ankam, im Schadenfall den tatsächlichen Neuwert zu erhalten, enthielt der Versicherungsvertrag eine Klausel, wonach trotzdem Zeitwert gilt, wenn der Zeitwert einer Sache zum Zeitpunkt des Schadens weniger als 40 % des Neuwertes beträgt. In einem der darauffolgenden Jahre kam es zu einem Brand und wurde festgestellt, dass die zerstörten Sachen mit weniger als 40 % des Neuwertes zu bewerten sind. Sohin wurde nur der Zeitwert der beschädigten Sachen ersetzt. Die Verlustsumme war erheblich. Der Landwirt klagte und ging durch alle Instanzen. Schlussendlich bekam er vor dem OGH Recht. Das Höchstgericht entschied in Übereinstimmung mit den Argumenten des Klägers, dass insbesonders die Aufklärungspflichten über diese irrige Vorstellung nicht entsprechend vom Agenten wahrgenommen wurde.