Haften Kinder, wenn beim Sport Personen zu Schaden kommen?

Ein aktuelles Urteil des OGH hat ganz interessante Aspekte aufgeworfen. Im Zuge eines Fußballspieles wurde eine zuschauende Mutter eines mitspielenden Kindes von irgendeinem anderen Mitspieler verletzt und beanspruchte Schadenersatz aufgrund der Verletzung. Es wurden mehrere Tausend Euro eingeklagt und haben sämtliche betrauten Unterinstanzen die Klage auf Schmerzensgeld, pauschale Unkosten und auch auf Feststellung der Haftung für Spätschäden abgelehnt. Der verfehlte Schuss beschäftigte sogar den Obersten Gerichtshof, nicht zuletzt deshalb, weil auch unmündige Kinder unter bestimmten Umständen haften können, etwa wenn in der Familie eine Privathaftpflicht (die auch in der Haushaltversicherung zum Teil besteht) vorliegt. Allerdings wies der OGH die Ansprüche auch ab, weil ein verfehlter Schuss nicht unbedingt einen Sorgfaltsverstoß des Buben darstellte, der ja eigentlich seinem Mitspieler zuspielen wollte. Daraus kann durchaus abgeleitet werden, dass gerade auch zuschauende Eltern keine großen Chancen auf Schadenersatz haben, wenn sie bei einem Fehlschuss eventuell verletzt werden.