Die Erfüllung gesetzeswidriger Kundenwünsche kann Verlust des Versicherungsschutzes in der Betriebshaftpflicht bedeuten.

SchadenmanagementEin Handwerker errichtet für eine zum Zeitpunkt der Auftragserteilung kinderlose Familie ein Stiegengeländer. Lt. Wunsch des Bauherrn wurden die Abstände der Geländerstäbe normwidrig zu weit auseinanderplatziert. Der Handwerker machte einen Vorschlag, die Zwischenräume extra zu verkleinern, der Kunde lehnte dies aber ab. Etliche Jahre später kam es zu einem tragischen Unfall mit der zweijährigen Tochter, welche drei Meter in die Tiefe stürzte und sich dabei verletzte. Ursache für den Unfall war das Stiegengeländer, das nicht ordnungsgemäß ausgeführt war. Die Familie machte Schadenersatzansprüche geltend – der Handwerker gab die Ansprüche an seine Betriebshaftpflicht weiter. Die Betriebshaftpflicht lehnte die Deckung ab, da bewusst gegen Vorschriften verstoßen wurde. Ein durch alle Instanzen geführtes Verfahren landete schlussendlich vor dem OGH, welcher ebenso die Deckung aus der Betriebshaftpflicht abgelehnt hat und zwar unter Hinweis, dass bewusst gegen Vorschriften verstoßen wurde und dies von der Betriebshaftpflicht nicht zu decken sei.